
Prof. Dr. Dirk Niefanger
Graduiertenkolleg 2806/1 - Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartskulturen
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Dirk Niefanger, in Köln aufgewachsen, studierte Germanistik, Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft in Tübingen und Wien. Er lehrte an Universitäten in Göttingen, Berlin und Braunschweig, ehe er auf den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit systematischem Schwerpunkt an der FAU wechselte. Zurzeit ist er gewähltes Mitglied im Fachkollegium Literatur- und Kulturwissenschaft der DFG. Seine Forschungsinteressen sind zwar breit gestreut, berühren sich aber methodisch durch das kulturhistorische Verständnis von Literatur. Sie liegen in der Frühen Neuzeit (Barock, Drama/Theater, literarische Positionierungen), der Moderne (Wiener Moderne, Zwischenkriegszeit) und der Gegenwartskultur. Immer wieder beschäftigen ihn Aspekte des Graduiertenkollegs, etwa Autorschaft und Autorinszenierungen (u.a. im DFG-Projekt ‚Posierende Poeten‘), Werkpolitik (etwa bei Monika Maron), das Verhältnis von Soziographie und Literatur (etwa in einem DVjs-Aufsatz über Kracauer), Krieg, soziale Distinktion und Formen bzw. Funktionen von Realitätsreferenzen, Autofiktionen und Biographemen. Mit besonderem Interesse verfolgt er die deutsche Popliteratur (etwa im Brinkmann-Handbuch), auch in seinen regionalen Ausprägungen (Ruhrpop). Im Juni 2023 erschien bei Wallstein sein neuestes Buch: ‚Lessing divers. Soziale Milieus, Genderformationen, Ethnien und Religionen‘.
Ausgewählte Publikationen zum Thema Literatur und Öffentlichkeit
- mit Christian Schicha (Hg.): Aufmerksamkeitskulturen in literarischen Öffentlichkeiten, Berlin: Metzler/Springer 2026. [i.E.]
- „Tristan geht Skifahren. Moritz von Uslars ‚Davos‘ (1999)“, in: Moritz von Uslar, Text+Kritik, hg. v. Erika Thomalla 250/1 (2026), S. 16–23.
- „‚Steinstaub […] auf den Stimmbändern‘. Kohle und Kohleabbau in frühen Dichtungen von Nicolas Born“, in: Antonia Villinger (Hg.): Fossile Fiktionen. Kohle als Energiequelle in der Literatur von 1850 bis zur Gegenwart. Paderborn: Brill/Fink 2025, S. 175–190.
- „‚Spukhafte Öffentlichkeit‘. Nicolas Borns Roman Die Fälschung (1979) und seine Verhandlungen mit der außerliterarischen Realität“, in: Aida Bosch, Antje Kley (Hg.): Literatur und mediale Öffentlichkeiten. Orientierende Fallstudien, Berlin: Metzler/Springer 2025, S. 143–159. Open access: https://doi.org/10.1007/978-3-662-69735-1_6
- „Auf Bäckertüten und Koffergurten. Literatur als regionales Lifestyle-Produkt im öffentlichen Raum“, in: Literatur im öffentlichen Raum, Sonderband Text+Kritik, hg. v. Doren Wohlleben, (2023), S. 63–74.
- „Hanns-Josef Ortheils Erfindung seines Lebens. Autofiktion – Werkpolitik – Öffentlichkeitspräsenz“, in: Studi Germanici 21 (2022), S. 99–118.